Kategorisierung: Meinungsbeitrag
Vorwort
„Werwolf“, auch bekannt unter dem Namen „Die Werwölfe von Düsterwald“, ist ein soziales Deduktionsspiel aus Frankreich, bei dem durch ein anonymes Kartenausteilen die Spielenden entweder in die Rolle der Werwölfe schlüpfen oder in die der unschuldigen Dorfbewohner. Das Spiel ist in Tag- und Nachtphasen aufgeteilt. Tagsüber diskutieren alle Spielenden miteinander. Nachts schließen alle die Augen, während die Werwölfe sich unbeobachtet mit Handzeichen absprechen. Die Werwölfe leben unter den Dorfbewohnern und bringen jede Nacht einen Dorfbewohner um. Sie gewinnen, wenn es im Dorf die gleiche Anzahl an Dorfbewohnern wie an Werwölfen gibt. Die Dorfbewohner verbringen die Tage damit, herauszufinden, wer die Werwölfe sind. Jeden Tag kann nur eine verdächtige Person umgebracht werden. Wenn eine*r der Spielenden hingerichtet wird, muss die Person ihre Karte zeigen. Falls sie ein Dorfbewohner ist, war die Wahl ein ziemlich großes Eigentor. Aber falls die hingerichtete Person ein Werwolf war, sind die Dorfbewohner einen Schritt näher an ihrem Ziel. Sie gewinnen nämlich, wenn alle Werwölfe tot sind.
Dasselbe Spiel existiert in verschiedenen Variationen. Das bekannteste ist wahrscheinlich das Hit-Videospiel „Among Us“ aus dem Jahr 2020. Dieses hat die exakt gleiche Prämisse wie „Werwolf“, nur mit der Ästhetik einer Weltraumexpedition. Die ursprüngliche Version des Spiels ist allerdings „Mafia“, in der statt Aliens oder Werwölfen, die Zivilisten gegen Mobster antreten. „Mafia“ wurde im Jahr 1986 in Russland von dem Psychologiestudenten Dimitry Davidoff entwickelt. Davidoff entwarf das Spiel im Rahmen eines Klassenprojekts, um zu zeigen, wie eine informierte Minderheit (die Mafia) eine uninformierte Mehrheit (die Zivilisten) manipulieren und täuschen kann. Somit habt ihr damals in der Oberstufe mit jeder Niederlage gegen die Werwölfe Davidoffs Theorie bestätigt. All dies zeigt, dass „Werwolf“ aus einem reichen Erbe europäischer Kartenspiele stammt, die darauf abzielen, eine größere Wahrheit über unsere Gesellschaft zu entlarven.
Theoretisch kann man „Werwolf” schon mit fünf Leuten spielen, aber so richtig Spaß macht es erst mit zehn, weil die große Personenzahl eine längere Spielzeit erlaubt. Außerdem kann man sich in einer großen Gruppe leichter (in der Menge) verstecken. Was die große Zahl an Spielenden auch erlaubt, ist, dass so viele Rollen wie möglich verkörpert werden können. Denn unter den Dorfbewohnern und den Werwölfen gibt es noch Subkategorien, die ihre eigene Spielmechanik mit sich bringen. Aber was ist die beste Figur die man bei „Werwolf“ ziehen kann?
Die Suche nach der besten Karte
Aber auch die Rollen, die fester Bestandteil des Spiels sind, überzeugen nicht immer. Wie der Erzähler. Er ist keine offizielle Rolle und kriegt nicht mal eine Karte mit einer coolen Zeichnung drauf. Aber man braucht nun mal jemanden, der die Runden anmoderiert und den Rollen sagt, wann sie nachts erwachen dürfen. Ohne den Erzähler herrscht komplettes Chaos. Unter anderem, weil die Hälfte der Spielenden nicht daran denkt, dass sie nachts etwas zu tun haben. Aber dafür, wie wichtig der Erzähler ist, wird die Arbeit dieser Rolle nicht besonders wertgeschätzt. Wirklich spielen will die Rolle keiner. Weswegen meist die gleichen zwei Leute sie abwechselnd übernehmen müssen.
Viele Leute scheinen zu denken, dass Werwölfe automatisch gut – und Dorfbewohner schlecht sind. Theoretisch stimmt das vielleicht, aber in der Praxis hat das ganze Spiel viel mehr mit Können zu tun, als man denkt. Werwolf-Sein ist immer noch unfassbar cool. Ich würde es nur nicht die beste Rolle nennen. Besonders wenn es andere Karten gibt, die einem erlauben, nachts zu töten.
Schlusswort
Vielen Dank fürs Lesen und bis zum nächsten Beitrag!
Autor:in
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Auf JUMA22 will ich unsere Leserinnen informieren, unterhalten und dazu animieren, meine Lieblingsfilme zu schauen.
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