Kategorisierung: Kommentar
Szene Eins: Die Geburt der Filmeffekte
Filme sind fake. Und so ist’s gut! Lebensbedrohliche Situationen können dargestellt werden, ohne reale Menschen zu gefährden. Magische Welten jenseits unserer eigenen können im Rahmen eines Bildschirms erschaffen werden. Und wunderschöne Bilder können dadurch heraufbeschworen werden. Bei der Geburt des Films, wurde dies hauptsächlich durch praktische Effekte erreicht!
Metropolis war ein Vorreiter, aber weit davon entfernt, der einzige ikonische Film zu sein, der stark auf praktische Effekte setzte, um seine Welt zu erschaffen. Die ursprüngliche Star Wars Trilogie und der Monster-Streifen Der weiße Hai sind nur einige Beispiele von Filmen mit praktischen Effekten, die sich heute noch sehen lassen können.
Szene Zwei: Das Leben der Computer
Effekte haben sich seitdem stark entwickelt. Heute haben wir diverse andere Arten von Werkzeugen entwickelt, mit denen Szenen nach den Dreharbeiten bearbeitet werden können. Zum Beispiel der Greenscreen! Ein einfarbiger, meist grüner Hintergrund, der in der Filmproduktion verwendet wird, um den Hintergrund digital durch jedes Bild mittels eines Verfahrens namens Chroma Key zu ersetzen. Dies wird oft zusammen mit computergenerierten Hintergründen verwendet (3). Computer Generated Images (CGI) wiederum wird definiert als digitale Videos, Bilder und Animationen, die mit Computergrafik-Technologie erstellt werden. Es umfasst eine breite Palette von Anwendungen, einschließlich Filmproduktion, Videospielen und visuellen Effekten in verschiedenen Medien. CGI ermöglicht die Erstellung komplexer visueller Effekte, die zuvor durch traditionelle Methoden wie handgezeichnete Animationen oder Fotografie nicht erreichbar waren (4).
In seinen frühen Tagen hatte CGI Schwierigkeiten mit der Tiefe und dem Gewicht der Objekten, die sie darstellen sollten. Weswegen die Menschen in alten Kinderfilmen wie Toy Story, wie Spielzeuge aussehen. Dies ist ein Problem, dessen sich die Crew hinter dem Film bewusst war, weshalb sie beschlossen, den Film nicht-menschliche Protagonisten zu konzentrieren (5). Man könnte sagen, dass die Menschen in den frühen Tagen der CGI-animierten Filmen sehr uncanny aussehen. Ein englischer Begriff, der in Bezug auf das Phänomen verwendet wird, bei dem etwas künstlich Hergestelltes, das eine nahezu identische Ähnlichkeit mit einem Menschen aufweist, bei Betrachtenden ein Gefühl des Unbehagens oder der Abscheu hervorruft. Wer versucht, eine glaubwürdige menschliche Nachbildung zu bauen, muss aufpassen nicht im unheimliche Tal zu landen (6).
Eine Filmreihe mit einigen der besten CGI-Figuren, die je in einem Film animiert wurden, muss Der Herr der Ringe sein. Diese Filme haben viele Kulissen, Kostüme und praktische Kameratricks verwendet, um die magische Welt der Hobbits, Zauberer und Elfen zu erschaffen. Für einige monströse Kreaturen, wie den riesigen Drachen, wurde jedoch CGI verwendet. Die Behind-the-Scenes der Trilogie zeigten die Menge an Arbeit, die investiert wurde, um aus bloßen Pixel eine feueratmende Echse zu machen.
In vielerlei Hinsicht war die Filmreihe Der Herr der Ringe ein glücklicher Zufall. Unter anderem, weil die Trilogie zur perfekten Zeit produziert wurde. Nachdem CGI sein Höhepunkt erreichte, aber auch kurz bevor die Qualität computererzeugter Effekte in der gesamten Branche wieder abnahm.
Warum CGI im Laufe der Zeit schlechter geworden ist, ist schwer zu bestimmen, da es technisch gesehen nur besser hätte werden sollen. Aber, wie am Beispiel von Der Herr der Ringe erklärt, erfordert es viel Arbeit und Vorplanung, um CGI wirklich gut aussehen zu lassen. Wenn es einem jedoch nicht wichtig ist ob der Film gut aussieht, kann CGI eine günstigere Möglichkeit sein, Effekte zu erzeugen. Es gibt keinen effektiven Weg, praktische Effekte günstig zu generieren, da physische Roquesiten teuer sind. Aber hastig erstelltes CGI ist sowohl billig als auch später im Schnittprozess verwendbar. Demnach kann es auch als eine metaphorische Decke fungieren, die man über visuelle Fehler wirft (8).
Das millionenschweren Franchise Marvel ist randvoll mit Beispielen für schlechte visuelle Effekte. Mein Favorit darunter wäre in dem Film Black Widow (9). Der Höhepunkt des Films enthält eine Szene, die hoch oben am Himmel spielt und eine CGI-Explosion beinhaltet. Der Greenscreen sah schrecklich aus und es ist ziemlich verwirrend, warum ein Unternehmen mit so viel Geld sich nicht die Zeit und Ressourcen genommen hat, damit das Finale besser aussieht. Ich schätze, weil sie das Gefühl hatten, es sei nicht nötig. Ein großer Teil des jungen Publikums ist mit diesen Arten von Effekten aufgewachsen und daran gewöhnt: Solange ihre Filme nicht an Popularität verlieren, fühlen die Unternehmen keinen Druck sich zu verbessern. Dadurch entsteht eine qualitative Abwärtsspirale.
Szene Drei: Der Tod des Kinos?
In dem Film Der Brutalist gibt es eine Szene, in dem der Protagonist mit seiner Ehefrau auf Ungarisch kommuniziert. Beim Filmen der Szene hatten die Schauspielenden wohl Probleme, ihren Text korrekt rüberzubringen, da sie, im Gegensatz zu ihren Figuren, keine Muttersprachler sind.
In dem Fall von The Brutalist sehe ich jedoch keinen Unterschied darin, GKI oder CGI für dieses Verfahren zu verwenden. Die menschliche Absicht scheint hier nicht verloren zu gehen. Ganz im Gegenteil. Ich weiß es zu schätzen, dass die Menschen hinter dem Film die Seherfahrung der Personen, die im Film dargestellt wurden, berücksichtigt haben und dass die Filmemachenden sich entschieden haben, eine Szene dementsprechend zu ändern. Für mich klingt das zumindest nach einer sehr absichtsvollen Handlung, ausgeführt von Menschen, die GKI als Werkzeug für ein Kunstwerk verwendet haben.
Aber um diese Idee in die Realität umzusetzen, müssen wir aufhören, neue Mittel unserer Zeit als reine Geldreduzierer anzusehen. Das sind sie nicht. Stattdessen sollten sie als Werkzeuge in einem großen Kasten angesehen werden, die alle unterschiedlichen Funktionen dienen. Die Antwort auf die Frage KI? ist kein einfaches Ja oder Nein. Die wahre Antwort ist eine Aufforderung auf einen Nagel nicht mit einem Schraubenzieher zu hämmern.
Schlussszene: Die Quellen
1. Practical Effects in Film — How Filmmakers Do It For Real
2. Most Influential Sci-Fi Movie Ever Stuns VFX Artists 97 Years Later – ScreenRant
3. Lexikon: Greenscreen – so geht MEDIEN
4. Explaining CGI: Where reality and illusion blend – Storyblocks
5. ‘Toy Story’: a tale of Pixar’s technological evolution – The Jakarta Post
6. Uncanny Valley – TV Tropes
7. The Evolution of CGI in The Lord of the Rings – Coding Genious
8. The McU’s Controversial CGI Decline Defended By VFX Insider After Viral Criticism – IMDb
9. Director Who Turned Down ‘Black Widow’: Marvel Effects Are ‘Very Ugly’ – Business Insider
10. The Brutalist’s AI Use for Dialogue and Drawings Sparks Backlash – Vaiety
Vielen Dank fürs Lesen und bis zum nächsten Beitrag!
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Auf JUMA22 will ich unsere Leserinnen informieren, unterhalten und dazu animieren, meine Lieblingsfilme zu schauen.
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