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Lücken in der Landschaft

Kategorisierung: Collage

 

Vorwort

Eine Kleinstadt lebt von dem, was in ihr atmet. Das zeigt sich daran, wie die Kirche im Herzen der Stadt steht, als wäre der Ort um sie herum gewachsen. Selbst wenn man sie vom Boden pflücken würde, blieben ihre Wurzeln. Eine visuelle Erzählung dessen, was einst war. Nichts und niemand kann diesen Ort verlassen, ohne etwas von sich selbst zu hinterlassen. Diese Fotostrecke erhofft sich dieses Phänomen selbst in Bildern zu fassen.


Abtrünnige

Eine einheimische Freundin der Fotografin, die in ihrer Jugend weggezogen ist. Es wurde in der Nähe der Beruflichen Schule Groß-Gerau geschossen.


Eine gelbe Haube

Der Vintage-Laden an unserem Hauptbahnhof hat seit Jahren seine Tür nicht geöffnet, dennoch ist der gelbe Käfer, der vorne ausgestellt wurde, über Nacht verschwunden.


Die verlassenen Parkhausdächer

Am Dornberger Bahnhof steht ein Parkhaus, das das letzte Mal in den frühen Nuller-Jahren aktiv war. Es stand lange leer am großen Feld, bis es Anfang dieses Jahres letztendlich abgebaut wurde.


Wanderliebste

Eine Freundin der Fotografin, die von Darmstadt zu Besuch kam. Das Foto wurde am Groß-Gerauer Bahnhof geschossen.


Die steile Rampe

Manchmal ist abbauen nur umbauen. Der Skatepark am Hallenbad verlor einiges an Rampen, um stattdessen Platz für Basketballkörbe zu machen.


Eine abgebaute Bank

Das Objekt, das das ganze Projekt inspiriert hat: Die Bank, die bei den Treppen am Dornberger Bahnhof demontiert wurde. Warum sie entfernt werden musste, ist schwer zu sagen, da die Bank aktiv genutzt wurde. Dort saßen früher Jugendliche mit ihren Musikboxen und Herren mittleren Alters, die tranken.


Amme an der Krippe

Ein Hochhaus in Groß-Gerau Nord, in dem die Fotografin nach ihrer Geburt für eine kurze Zeit lebte. Es ist das einzige Bild der Fotostrecke, dessen Ränder verbrannt statt geschnitten wurden. Auch ist es das einzige Foto, das ein Gebäude zeigt, das noch steht.


Schlusswort

Nach der britischen Kulturwissenschaftlerin Marina Warner, sind Städte nicht als rein architektonische Projekte zu verstehen, sondern als Landschaften, die durch kollektive Erfahrungen geprägt werden; „Städte werden nicht nur aus Stein und Mörtel gebaut, sondern auch aus Geschichten, Ängsten und Erlebnissen. Diese unsichtbaren Ebenen beeinflussen, wie wir Räume erleben, als ob sie von der Vergangenheit verfolgt werden würden.” (Phantasmagoria, 2006). Es sollte nie unterschätzt werden, welchen Effekt wir auf unsere Umwelt haben und vice versa.

Vielen Dank fürs Vorbeischauen und bis zum nächsten Beitrag!

Autor:innen

  • Deena

    Auf JUMA22 will ich unsere Leserinnen informieren, unterhalten und dazu animieren, meine Lieblingsfilme zu schauen.

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  • Muskan

    „Worte, Worte, nichts als Worte“ - darum dreht sich meine Welt. Wie Hemingway ist es mein Ziel, all das auf Papier zu bringen, was ich sehe und was ich fühle und das auf die beste oder einfachste Art und Weise. Geboren in Darmstadt, mit dem Wunsch nach Tiefe im Alltäglichen, mache ich bei Juma die ersten Schritte – um Lesende dorthin mitzunehmen, wo Worte einen weitertragen!

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