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McRib und der Schweinefleischkonsum in Deutschland

Der McRib in Amerika ist ein flüchtiges Vergnügen. Das Sandwich der amerikanischen Schnellfraßkette McDonalds ist dort nämlich kein bestehender Teil des Menüs, sondern erscheint nur sporadisch während der Herbstmonate (1). Vielleicht gerade deswegen gibt es online eine große Fangemeinde für diesen Burger. Die Leute reden darüber, dass sie ihn zurückhaben wollen und versuchen herauszufinden, wann sie wieder reinbeißen können (2). Es gibt einige Theorien, wieso dies so ist, aber eine besonders populäre besagt, dass die Erscheinung des Produkts eine Korrelation zu fallenden Preisen von Schweineschultern aufweist. Ja, Schweineschultern (3), weil der Name McRib eine Lüge ist. Das Patty des Burgers besteht hauptsächlich aus der Schulter von Schweinen, die in Stückchen zerkleinert und mit Hilfe eines Geräts in die namensgebende Form gepresst wird, die an Rippchen erinnern soll (4). 

Im Herbst wird in Amerika besonders viel Schwein gegessen, da saisonale Feiertage wie Thanksgiving die guten Teile des Tieres erfordern. Allerdings kann nicht nur die fetteste Hälfte des Schweines geschlachtet werden. Wenn ein Tier getötet wird, muss das ganze daraus resultierende Fleisch verkauft werden. Um Essens- und Geldverschwendung zu minimieren, werden daher die weniger begehrten Körperteile für weniger Geld angeboten. So würden die wirtschaftlichen Kräfte bei McDonalds warten, bis die Preise sinken, bevor sie das Produkt des McRibs wieder einführen. Eine Theorie, die auch statistisch erfassbar ist. Siehe eine Grafik aus 2011 (5).


Eine ähnliche Geschichte erzählt auch eine aktuellere Grafik aus dem Jahr 2020 (6).

An allen anderen Jahreszeiten wäre Schweinefleisch einfach zu teuer, um den Preis des Sandwiches (welches im Jahr 2011 um 4 US-Dollar und im Jahr 2020 um 5 US-Dollar betrug) zu rechtfertigen. Außerhalb des Herbstes wird Schwein in Amerika nicht so oft gegessen wie zum Beispiel Rind, welches das ganze Jahr lang in Mengen gegessen wird und daher dauerhaft billige Teile zu verkaufen hat.
Dies ist interessant, weil in Deutschland der McRib zu jederzeit erhältlich ist (7). Vor allem, weil die Esskultur hier anders ist und hier vor allem Schwein gegessen wird. 
Das in einem fragwürdigen Maß. In Deutschland liegt der Pro-Kopf-Verzehr von Schweinefleisch bei durchschnittlich 28,3 Kilogramm pro Jahr (8). Vor allem angesichts der wachsenden ethischen Bedenken darüber, wie Schweine in großen Fleischindustrien gehalten werden.
Und wenn wir über große, skrupellose Unternehmen reden, die billiges Fleisch verkaufen, dann sollte McDonalds ganz oben auf der Abschussliste stehen. Beim McRib alleine gab es in Amerika im Jahr 2012 eine Sammelklage gegen McDonalds aufgrund der schlechten Haltung der Schweine, die in das Patty verarbeitet werden sollen (9) und erneut im Januar 2026 wegen der täuschenden Vermarktung des Produkts (10). Die fragwürdige Qualität (11) sowie die Verletzung von Tierrechten (12) sind auch ein Problem bei der deutschen Version der Kette. Geschichten von winzigen, schmutzigen Käfigen, Ferkeln, die von ihrer Mutter getrennt werden, und Schweinen, die sterben, ohne jemals die Sonne zu sehen, sind in den Köpfen sehr präsent. Jedoch sind wir so abgekapselt von diesem Prozess, dass wir beim Einkaufen nicht darüber nachdenken (wollen). Das heißt nicht unbedingt, dass unsere Gesellschaft vegan werden muss, sondern eher, dass uns bewusster sein soll, was wir essen und was für ein Schlachtprozess das Fleisch auf unseren Tisch mit sich bringt.


Die Quellen:


Vielen Dank fürs Lesen und bis zum nächsten Beitrag!

Autor:in

  • Deena

    Auf JUMA22 will ich unsere Leserinnen informieren, unterhalten und dazu animieren, meine Lieblingsfilme zu schauen.

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